Konzerndatenschutzbeauftragter: Benennung, Aufgaben und Organisation der Tätigkeit

Letztes Update:
04.03.2026
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Gerade in großen Unternehmen und Konzernen wird der Datenschutz schnell unübersichtlich. Die DSGVO erlaubt Unternehmen, einzelne Personen als Konzerndatenschutzbeauftragte zu benennen, die für einheitliche Datenschutzstandards sorgen.
Konzerndatenschutzbeauftragter: Benennung, Aufgaben und Organisation der Tätigkeit
Die wichtigsten Erkenntnisse
  • Konzerndatenschutzbeauftragte kümmern sich holistisch um Datenschutz in Unternehmensgruppen.
  • Wichtige Anforderungen sind Sprachkenntnisse, Führungserfahrung, Erreichbarkeit und Know-how in internationalem Recht.
  • Externe Datenschutzbeauftragte können die Rolle von Konzerndatenschutzbeauftragten übernehmen – sie bringen Expertise und Objektivität mit.

Datenschutz im Konzern: Darauf kommt es beim Konzerndatenschutz an

Die Einhaltung von Datenschutzvorgaben in Konzernen ist oft unübersichtlicher als in kleinen Unternehmen. Gerade wenn Konzerne aus vielen Tochterunternehmen bestehen, ist ein hohes Maß an Koordination nötig, um die Verarbeitung personenbezogener Daten überall im Konzern nach den Vorgaben der DSGVO zu gestalten.

Das Thema Datenschutz im Konzern ist dabei ein weites Feld und reicht von der Frage, wie Daten im Konzern weitergegeben werden dürfen bis zur Vereinbarung verschiedener internationaler Datenschutzrichtlinien.

Um den Überblick zu behalten und Datenschutzverstöße zu vermeiden, bedarf es eines Konzerndatenschutzbeauftragten, der gemeinsam mit Koordinatoren in verschiedenen Niederlassungen und Ländern in der Lage ist, den Datenschutz übersichtlich zu managen.

Was ist ein Konzerndatenschutzbeauftragter nach DSGVO?

Ein Konzerndatenschutzbeauftragter, auch kurz Konzern-DSB genannt, kümmert sich in Konzernen und Großunternehmen um den Datenschutz und die Einhaltung der DSGVO. Laut Art. 37 Abs. 2 DSGVO ist es zulässig, dass Unternehmensgruppen einen gemeinsamen Datenschutzbeauftragten benennen.

Die Bestellung eines Datenschutzbeauftragten für ganze Unternehmensgruppen hat den Vorteil, dass eine Person den Überblick über den Datenschutz im Konzern hat und als zentraler Ansprechpartner für Mitarbeitende, Aufsichtsbehörden und Betroffene zur Verfügung steht.

Welche Aufgaben hat ein Datenschutzbeauftragter im Konzern?

Der Konzerndatenschutzbeauftragte kümmert sich holistisch, also übergreifend, um die Einhaltung des Datenschutzes in Großkonzernen und Schwesterunternehmen, Holdings, Unternehmensgruppen sowie Beteiligungs- und Private-Equity-Unternehmen.

Muss ein Konzerndatenschutzbeauftragter den Datenschutz allein regeln?

Der Konzerndatenschutzbeauftragte ist Hauptansprechpartner, wenn es um den Datenschutz geht. Das bedeutet nicht, dass er sämtliche Datenschutzaufgaben allein stemmen muss. Ab einer bestimmten Konzerngröße wird die Datenschutzarbeit auf mehrere Schultern verteilt.

Dabei bekommt der Konzerndatenschutzbeauftragte in den einzelnen Unternehmensniederlassungen oder Ländern Unterstützung von zentralen Koordinatoren, die mit ihm gemeinsam ein Datenschutzteam bilden.

Die lokalen Ansprechpartner kennen die Strukturen und datenschutzrechtlichen Details einzelner Niederlassungen am besten und können die Arbeit des Konzern-DSB erleichtern. Das ist unter anderem wichtig, da er laut DSGVO von jedem einzelnen Standort aus erreichbar sein muss.

Welche Anforderungen gelten für Datenschutzbeauftragte für einen Konzernverbund?

Damit sie sich um die korrekte Einhaltung des Datenschutzes im Konzern kümmern können, müssen Konzern-DSBs vielseitige Fähigkeiten und Erfahrung in verschiedenen Bereichen mitbringen:

| Anforderung | Hintergrund | | :--- | :--- | | Sprach- und Verhandlungssicherheit | Das Beherrschen der gängigen Konzernsprachen ist wichtig, um mit Share- und Stakeholdern sicher verhandeln zu können. | | Führungserfahrung | Konzerndatenschutzbeauftragte arbeiten oft im Team und mit verschiedenen Stakeholdern. Dafür brauchen sie Führungserfahrung und Leitungsgeschick. | | Erreichbarkeit | Laut DSGVO müssen Konzern-DSBs von Aufsichtsbehörden, Betroffenen und allen Standorten aus leicht erreichbar sein (Art. 37 Abs. 2 DSGVO). | | Holistische Betreuung | Dem Konzern-DSB obliegt die Beratung und datenschutzrechtliche Betreuung aller der Unternehmensgruppe zugehörigen Unternehmen. | | Kenntnisse in internationalem Recht | Konzern-DSBs müssen Richtlinien zu Datentransfers in Drittländer und Datenschutzstandards verschiedener Länder kennen und Neuerungen in der Rechtsprechung im Blick haben. |

Welche Vorteile bietet ein externer Konzerndatenschutzbeauftragter?

Um den Datenschutz im Konzern können sich interne oder externe Datenschutzbeauftragte kümmern. Da die Organisation des konzernweiten Datenschutzes in der Regel eine Vollzeitstelle ist, greifen viele Großunternehmen auf externe Konzerndatenschutzbeauftragte zurück.

Ein externer Datenschutzbeauftragter für große Unternehmen  

  • besitzt umfassende Kenntnis über die DSGVO und alle weiteren relevanten Datenschutzvorschriften, wie das BDSG-neu oder das Telemediengesetz.
  • versteht, wie Konzerne aus datenschutzrechtlicher Sicht funktionieren, wo mögliche Schwachstellen sind und wie diese angegangen werden müssen.
  • hat einen objektiven Blick auf den gesamten Konzern.
  • fungiert als professioneller Ansprechpartner für Behörden, Aufsichtsbehörden und Betroffene.
  • kann teils komplizierte, unternehmensübergreifende Prozesse aus der Erfahrung heraus schnell beurteilen, erfassen und umsetzen.
  • hat fundierte juristische Praxis und ist TÜV oder DEKRA zertifizierter Datenschutzbeauftragter.
  • bildet sich auf eigene Kosten kontinuierlich weiter.

So unterstützt Proliance Sie beim Datenschutz im Großunternehmen

Konzerne stehen beim Datenschutz vor besonderen Herausforderungen. Gerade die standortübergreifende Koordination und Dokumentation von Datenschutzmaßnahmen ist bei Großunternehmen mit erheblichem Aufwand verbunden.

Um Compliance im Konzern möglichst effizient zu gestalten, nutzen unsere Konzerndatenschutzbeauftragten deshalb die Datenschutzsoftware Proliance 360 als digitales Kooperationstool. In einem unverbindlichen Gespräch erfahren Sie mehr über die Zusammenarbeit mit Proliance.

Häufige Fragen

Sie haben noch Fragen? Wir haben die Antworten

Was ist ein Konzerndatenschutzbeauftragter?

Ein Konzerndatenschutzbeauftragter ist ein Datenschutzbeauftragter für Großunternehmen und Konzerne sowie deren Tochterunternehmen. Er kümmert sich um den Datenschutz und fungiert gleichzeitig als Datenschutz-Koordinator zwischen den jeweiligen Ansprechpartnern im Datenschutz-Bereich aller Tochterunternehmen. Da die Rolle des Konzern-DSBs ein Vollzeitjob ist, können die externen Datenbeauftragten von Proliance Ihren Aufwand reduzieren.

Kann für mehrere Unternehmen eines Konzerns ein einziger Datenschutzbeauftragter bestellt werden?

Dies ist nach Art. 37 Abs. 2 DSGVO erlaubt. Darin heißt es, dass Unternehmensgruppen einen gemeinsamen Datenschutzbeauftragten benennen dürfen. Um seine Tätigkeit effizient auszuführen, braucht der Konzerndatenschutzbeauftragte in den einzelnen Unternehmensniederlassungen Ansprechpartner, die ihn unterstützen.

Für wen passt der Konzerndatenschutzbeauftragte?

Konzerndatenschutzbeauftragte arbeiten nicht nur in großen Unternehmen und Konzernen, sondern auch in Schwesterunternehmen, Holdings, Unternehmensgruppen sowie in Beteiligungs- und Private-Equity-Unternehmen. Sprechen Sie uns gern an, um genau herauszufinden, ob ein Konzerndatenschutzbeauftragter für Sie die richtige Lösung ist.

Was sind die Vorteile eines externen Datenschutzbeauftragten in der Rolle des Konzern-DSBs?

Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen bieten externe Datenschutzbeauftragte wie die Experten von Proliance viele Vorteile im Vergleich zur Benennung eines internen Datenschutzbeauftragten:

  • Erfahrene Juristen: Unsere zertifizierten Datenschutzbeauftragten verfügen aufgrund ihres juristischen Hintergrunds über fachliche Expertise und umfangreiches Datenschutz Wissen.
  • Transparente Kostenstruktur: Vertraglich festgelegte Preise und Konditionen geben Ihnen Kostentransparenz.
  • Rechtliche Absicherung: Ein externer Datenschutzbeauftragter haftet für die Erfüllung der Aufgaben und der ihm vertraglich auferlegten Pflichten in vollem Umfang.
Welche Voraussetzungen muss ein Konzerndatenschutzbeauftragter mitbringen?

Neben den üblichen Anforderungen an die Tätigkeit von Datenschutzbeauftragten, zu denen fundierte Rechts-, Datenschutz- und IT-Grundlagen und eine Zertifizierung als Datenschutzbeauftragter gehören, braucht ein Konzerndatenschutzbeauftragter zusätzliche Qualifikationen. Dazu zählen neben Sprachkenntnissen auch das Verständnis von Konzernabläufen und -strukturen, die holistische Betreuung vieler Einzelunternehmen, Führungserfahrung und eine hohe Verhandlungssicherheit.

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Mit ihrer Content-Erfahrung unterstützt Sabrina das Team von Proliance dabei, komplexe Themen verständlich zu kommunizieren. Als freie Autorin kennt sie die Datenschutzbedürfnisse unterschiedlicher Branchen und übersetzt selbst anspruchsvolle Informationen in zielgruppengerechte Inhalte.
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