TISAX® Fragenkatalog (VDA ISA): Was Ihr Unternehmen zur Vorbereitung wissen muss

Letztes Update:
23.04.2026
TISAX® ist in der Automobilindustrie längst ein etabliertes Prüf- und Austauschverfahren für Informationssicherheit. Unternehmen, die für OEMs, Tier-1-Zulieferer oder andere automotive-nahe Organisationen tätig sind, kommen daran nicht vorbei. Doch für viele Verantwortliche bleibt eine zentrale Frage offen: Was genau wird im Rahmen der Prüfung nach TISAX® eigentlich bewertet – und wie bereite ich mein Unternehmen gezielt darauf vor? Die Antwort liefert der VDA ISA Fragenkatalog – das Rückgrat jeder Prüfung nach TISAX®.
TISAX® Fragenkatalog (VDA ISA): Was Ihr Unternehmen zur Vorbereitung wissen muss
Die wichtigsten Erkenntnisse
  • Die Zertifizierung nach TISAX® sichert Informationssicherheit und den Schutz sensibler Daten und Prototypen auf höchstem Niveau.
  • Gründliche Vorbereitung und ein gutes Verständnis des VDA ISA Katalogs sind für den Zertifizierungsprozess unerlässlich.
  • Externe Unterstützung kann den Zertifizierungsprozess erleichtern.
  • Durch gezielte Umsetzung der Anforderungen nach TISAX® kann die Zertifizierung erfolgreich erlangt werden.
  • Die Zertifizierung nach TISAX® stärkt die Position als sicherer und vertrauenswürdiger Partner in der Automobilindustrie.

Was ist der VDA ISA Fragenkatalog?

In der Automobilindustrie gilt die Zertifizierung nach TISAX® als zentraler Nachweis dafür, dass Unternehmen die strengen Anforderungen an Informationssicherheit, Datenschutz und Prototypenschutz erfüllen. Diese Anforderungen werden durch den VDA ISA Fragenkatalog (Information Security Assessment) definiert.

Der Fragenkatalog „Information Security Assessment“ (ISA) wurde vom Verband der Automobilindustrie (VDA) entwickelt und bildet die Bewertungsgrundlage für alle Assessments nach TISAX®. Er basiert auf der ISO/IEC 27001 und ergänzt sie um branchenspezifische Anforderungen.

Erfahren Sie mehr über die TISAX®-Anforderungen für Unternehmen.

Der VDA ISA ist in mehrere Module gegliedert – je nach Art des Schutzbedarfs:

  • Prototypenschutz (z. B. bei Entwicklung oder Test von Fahrzeugteilen)
  • Datenschutz (z. B. bei Verarbeitung von personenbezogenen Daten im Auftrag)

Jedes dieser Module enthält spezifische Anforderungen, die den jeweiligen Fokus des Sicherheitsmanagements im Unternehmen abbilden. Unternehmen definieren ihren sogenannten Prüfscope, aus dem sich ergibt, welche Module im Audit berücksichtigt werden müssen.

Einen Einblick in die Struktur des TISAX® Fragenkatalogs erhalten Sie hier als PDF zum Download.

Datenschutz im TISAX® Fragenkatalog

Der Datenschutz-Teil im VDA ISA Fragenkatalog orientiert sich an zentralen DSGVO-Prinzipien. Dazu gehören:

  • Datenminimierung: Unternehmen dürfen nur die Daten erheben und verarbeiten, die unbedingt notwendig sind.
  • Transparenz und Informationspflichten: Unternehmen müssen Personen darüber informieren, welche Daten gesammelt werden, wie diese verarbeitet und geschützt werden.
  • Rechte der Betroffenen: Personen, deren Daten erhoben werden, müssen jederzeit das Recht haben, Auskunft über ihre Daten zu verlangen, deren Korrektur oder Löschung zu fordern.
  • Sicherheitsmaßnahmen: Die Nutzung technischer und organisatorischer Maßnahmen (z.B. Verschlüsselung, Zugriffsbeschränkungen) zum Schutz von Daten ist verpflichtend.

Informationssicherheit im TISAX® Fragenkatalog

Die Informationssicherheit ist der Kern des TISAX®  Fragenkatalogs. Unternehmen müssen ein robustes Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) etablieren, das in der Lage ist, Bedrohungen zu erkennen, zu bewerten und angemessene Maßnahmen zu ergreifen.

Informationssicherheit umfasst:

  • Zugriffsmanagement: Der Zugang zu Informationen muss strikt kontrolliert und auf autorisierte Personen beschränkt sein.
  • Risikoanalyse und -bewertung: Unternehmen müssen kontinuierlich die Risiken bewerten, denen ihre Informationen ausgesetzt sind, und entsprechende Schutzmaßnahmen einführen.
  • Mitarbeiterschulungen: Es reicht nicht aus, technische Maßnahmen zu implementieren. Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter regelmäßig schulen, um Sicherheitslücken zu minimieren.

Prototypenschutz nach TISAX®

In der Automobilindustrie spielt der Schutz von Prototypen eine herausragende Rolle. Diese innovativen und oft hochsensiblen Entwicklungen müssen besonders geschützt werden, da ihr Verlust oder Diebstahl erhebliche wirtschaftliche und strategische Nachteile bedeuten könnte. Zu den wichtigen Anforderungen im Prototypenschutz gehören:

  • Geheimhaltungsvereinbarungen (NDAs): Alle Mitarbeiter und externe Partner, die Zugang zu Prototypen haben, müssen strikte Verschwiegenheitsvereinbarungen unterzeichnen.
  • Physische Sicherheitsmaßnahmen: Prototypen müssen in sicheren Einrichtungen aufbewahrt werden, die nur für autorisierte Personen zugänglich sind.
  • Risikobewertung: Unternehmen müssen eine umfassende Analyse der Risiken durchführen, denen ihre Prototypen ausgesetzt sind, und entsprechende Maßnahmen implementieren, um diese Risiken zu minimieren.
Erreichen der TISAX® - Zertifizierung

So funktioniert die Zertifizierung nach TISAX® anhand des Fragenkatalogs

Um die Zertifizierung nach TISAX® zu erhalten, sollten Unternehmen sicherstellen, dass sie den geforderten Reifegrad pro Frage und die zugehörigen Prüfungsziele erreichen. Der Weg zur Zertifizierung nach TISAX® beginnt deshalb mit einer umfassenden Selbsteinschätzung. er VDA ISA Katalog liefert ein Bewertungsschema, das Unternehmen nach ihrem Reifegrad einstuft. Dieses Schema gibt an, wie fortgeschritten ein Unternehmen in der Umsetzung der Sicherheitsanforderungen ist:

  • Reifegrad 1: Grundlegende Maßnahmen wurden ergriffen. Der Fokus liegt auf der Umsetzung grundlegender Sicherheitsvorkehrungen.
  • Reifegrad 2: Es wurden weiterführende Maßnahmen implementiert, und die Sicherheitsprozesse sind bereits besser etabliert.
  • Reifegrad 3: Sicherheitsmaßnahmen sind standardisiert und werden systematisch angewendet.
  • Reifegrad 4: Sicherheitsmaßnahmen sind vollständig integriert und optimiert. Prozesse werden regelmäßig überprüft und verbessert.
  • Reifegrad 5: Unternehmen verfolgen einen innovationsgetriebenen Ansatz und verbessern kontinuierlich ihre Sicherheitsmaßnahmen.

Der Katalog unterscheidet außerdem drei  
Prüfungsziele (Assessment Levels): AL1 (Selbstauskunft), AL2 (externes Assessment mit Plausibilitätsprüfung) und AL3 (externes Assessment mit Vor-Ort-Prüfung). Sie variieren je nach Art des Unternehmens und den spezifischen Anforderungen. Je nach Prüfziel (z. B. „Informationssicherheit mit Prototypenschutz“) werden unterschiedliche Anforderungen und Prüfniveaus (Level 1–3) relevant. Viele OEMs (Original Equipment Manufacturers – also Fahrzeughersteller wie Audi, BMW oder Mercedes-Benz) fordern häufig Level 3.  

Alles über Prüfziele und Reifegrade erfahren Sie in unserem Whitepaper zu den Leveln der TISAX®-Implementierung.

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So meistern Sie Ihre Zertifizierung nach TISAX® erfolgreich

Die Zertifizierung nach TISAX® ist ein entscheidender Schritt, um Ihre Informationssicherheit und den Schutz sensibler Daten und Prototypen nach höchsten Standards sicherzustellen. Eine gründliche Vorbereitung, das Verständnis der Anforderungen des VDA ISA Katalogs und der Einsatz externer Unterstützung sind essenziell, um diesen Prozess erfolgreich zu durchlaufen.

Indem Sie gezielt auf die spezifischen Anforderungen des TISAX® Fragenkatalogs hinarbeiten, sind Sie auf dem besten Weg, Ihre Zertifizierung nach TISAX® zu erlangen – und damit Ihre Position als sicherer und vertrauenswürdiger Partner in der Automobilindustrie zu festigen.

Proliance unterstützt Sie gern bei den Vorbereitungen auf den Zertifizierungsprozess für ISO 27001 oder auf die Prüfung nach TISAX®.

Warum TISAX® nicht ohne ISMS funktioniert

Auch wenn der VDA ISA Fragenkatalog keine vollständige ISO 27001 fordert – ein gelebtes Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) ist de facto Voraussetzung. Denn ohne klare Rollen, Prozesse, Risikoanalysen und Nachweise lassen sich die meisten Anforderungen des Fragenkatalogs nicht erfüllen.

💡 Proliance hilft Ihnen, Ihr ISMS nach TISAX® aufzubauen – pragmatisch, skalierbar und auditkonform.

Fazit: Struktur schlägt Unsicherheit

Der TISAX® Fragenkatalog (VDA ISA) ist kein Geheimnis – aber ohne Fachwissen, klare Struktur und branchenspezifische Begleitung bleibt er für viele Unternehmen eine Blackbox. Wer seine Organisation erfolgreich durch das Audit nach TISAX® führen will, braucht Vorbereitung, Know-how und einen erfahrenen Partner.

Häufige Fragen

Sie haben noch Fragen? Wir haben die Antworten

Was ist der VDA ISA Fragenkatalog?

Der VDA ISA Fragenkatalog (Information Security Assessment) wurde vom VDA entwickelt und ist die Bewertungsgrundlage für alle Assessments nach TISAX®. Er basiert auf ISO/IEC 27001 und ergänzt sie um branchenspezifische Anforderungen. Proliance unterstützt bei der Vorbereitung auf die Prüfung nach TISAX®.

Wie ist der VDA ISA Fragenkatalog aufgebaut und welche Module sind relevant?

Der VDA ISA Katalog ist modular aufgebaut: Informationssicherheit (Grundmodul), Prototypenschutz und Datenschutz. Jedes Modul enthält spezifische Anforderungen. Unternehmen definieren ihren Prüfscope; daraus ergibt sich, welche Module im Audit berücksichtigt werden. Proliance hilft Unternehmen, Scope und Anforderungen gezielt umzusetzen.

Warum funktioniert TISAX® in der Praxis nicht ohne ISMS?

Auch wenn der VDA ISA Fragenkatalog keine vollständige ISO 27001 fordert, ist ein gelebtes Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) de facto Voraussetzung. Ohne Rollen, Prozesse, Risikoanalysen und Nachweise lassen sich die meisten Anforderungen nicht erfüllen. Proliance hilft, ein ISMS nach TISAX® pragmatisch, skalierbar und auditkonform aufzubauen.

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Sabrina Schaub
Freie Redakteurin
Mit ihrer Content-Erfahrung unterstützt Sabrina das Team von Proliance dabei, komplexe Themen verständlich zu kommunizieren. Als freie Autorin kennt sie die Datenschutzbedürfnisse unterschiedlicher Branchen und übersetzt selbst anspruchsvolle Informationen in zielgruppengerechte Inhalte.
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Stefan Rühl
Information Security Lead
In seiner Funktion als Leiter des Bereiches InfoSec und als ISO27001 Lead Auditor unterstützt Stefan unsere Kunden bei der Implementierung- und Optimierung von ISMS Systemen. Sein spezieller Bereich ist der Aufbau von BCM-Umgebungen, Notfall- und Krisenstäben sowie die Erstellung und Verprobung von Notfallprozessen, sowohl bei KMUs als auch bei Konzernstrukturen. Darüber hinaus berät er Geschäftsführer und Vorstände bei der Entscheidungsfindung zur Cyberresilienz und der Optimierung von IT-Organisationen.
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