ISO 27001 Zertifizierungsstellen: Kosten, Anbietervergleich und wie Sie effizient zum Zertifikat kommen

Letztes Update:
13
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01
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2026
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Planen Sie eine ISO-27001-Zertifizierung für Ihr Unternehmen und suchen nach Wegen, um alles richtig zu machen und gleichzeitig Kosten zu sparen? Für eine effiziente Zertifizierung kommt es neben guter Vorbereitung auf die richtigen Partner an. Erfahren Sie, welche Rolle die Wahl der Zertifizierungsstelle spielt, wie Anbieter sich unterscheiden und was die Audit-Kosten beeinflusst.
ISO 27001 Zertifizierungsstellen: Kosten, Anbietervergleich und wie Sie effizient zum Zertifikat kommen
Die wichtigsten Erkenntnisse
  • Zertifikat vs. Konformität: Eine bloße Selbstauskunft über ISO-Konformität reicht für viele Kundenverträge nicht aus.
  • Akkreditierung: Nur akkreditierte Zertifikate werden international und vertraglich uneingeschränkt anerkannt.
  • Anbieterwahl: Zertifizierungsstellen wie TÜV oder DEKRA prüfen nach derselben Norm, unterscheiden sich jedoch deutlich in Branchenfokus und Verfügbarkeit.
  • Kostenrahmen: Für KMU liegen die reinen externen Auditkosten meist zwischen 10.000 und 25.000 Euro, abhängig von Mitarbeiterzahl und Komplexität.
  • Kosteneffizienz: Eine fundierte Vorbereitung durch GAP-Analysen und externe Beratung minimiert das Risiko von Nachprüfungen und verkürzt den Weg zum Zertifikat.

Warum die ISO 27001 Zertifizierung für viele Unternehmen unverzichtbar ist

Informationssicherheit ist zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil für nahezu alle Unternehmen und Branchen geworden. Viele Geschäftsführer im Mittelstand stehen dabei vor der Herausforderung, nicht nur ein robustes Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) aufzubauen, sondern damit auch eine ISO-27001-Zertifizierung zu erlangen, die das Vertrauen von Kunden und Partnern stärkt.  

Doch wer darf überhaupt prüfen? Worin unterscheiden sich die Anbieter bei Reputation und Preis? Und mit welchem Budget müssen Sie für den reinen Zertifizierungsakt rechnen? Dieser Artikel schafft Klarheit für Ihre Planung.

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Wer darf zertifizieren? Die zentrale Rolle der DAkkS

Damit ein ISO-27001-Zertifikat international und vertraglich anerkannt wird, muss es von einer akkreditierten Stelle ausgestellt werden. Zertifizierungsstellen stehen Ihnen mit Expertise und Branchen-Know-how zur Seite und stellen sicher, dass Ihr ISMS die Anforderungen der ISO 27001 erfüllt und nicht nur auf dem Papier funktioniert.

In Deutschland gibt es strenge Vorgaben dafür, welches Unternehmen sich „Zertifizierungsstelle“ nennen darf. Hier kommt die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) ins Spiel: Als nationale Akkreditierungsbehörde der Bundesrepublik handelt die DAkkS im gesetzlichen Auftrag. Sie überwacht Zertifizierungsstellen und stellt sicher, dass die Auditoren dieser Stellen fachlich kompetent und unabhängig arbeiten.  

👉 Für Ihr Unternehmen bedeutet das: Achten Sie bei der Auswahl Ihres Partners zwingend auf das DAkkS-Siegel. Nur so ist gewährleistet, dass Ihr Zertifikat auch von kritischen Konzernkunden oder bei öffentlichen Ausschreibungen akzeptiert wird.

Welche sind die wichtigsten Zertifizierungsstellen in Deutschland?

In Deutschland gibt es eine Reihe etablierter Anbieter, die für ISO 27001 akkreditiert sind. Zu den bekanntesten gehören:

  • TÜV-Gruppe (TÜV Rheinland, TÜV Nord, TÜV SÜD)
  • DQS BIT GmbH
  • DEKRA
  • BSI Group
  • PwC Certification Services GmbH
  • VDE

🔎 Tipp: Auf ihrer Website bietet die DAkkS eine kostenlose Datenbank akkreditierter Stellen an.  

Die Auswahl an akkreditierten Zertifizierungspartnern für Ihr ISMS-Projekt ist groß – die Liste der akkreditierten Stellen umfasst derzeit über 30 Anbieter für ISO 27001 und wird laufend aktualisiert. Doch ist es egal, wen Sie konkret beauftragen?

Worin unterscheiden sich die Zertifizierungsstellen?

Alle Anbieter, die durch die DAkkS zertifiziert sind, prüfen nach derselben Norm (ISO/IEC 27001). In der Praxis gibt es jedoch Unterschiede, die Ihre Entscheidung beeinflussen sollten:

  • Erfahrung: Manche Auditoren wie TÜV und DEKRA sind stark auf industrielle Fertigung spezialisiert, während andere wie die DQS BIT oder spezialisierte Einheiten von PwC einen Fokus auf IT-Dienstleister, Software und digitale Prozesse legen. Ein Auditor, der Ihre Branche versteht, prüft oft zielgerichteter und versteht Ihre Herausforderungen und Risiken besser.
  • Reputation: Ein Zertifikat vom TÜV oder der DQS hat international oft eine hohe Strahlkraft. Wenn Sie das Zertifikat auch im Marketing nutzen möchten, kann ein bekannter Name von Vorteil sein.
  • Verfügbarkeit: Die Wartezeiten auf Audit-Termine variieren stark. Bei den großen, bekannten Häusern müssen Sie oft mit längeren Vorlaufzeiten rechnen als bei akkreditierten Nischenanbietern.
  • Preisstruktur: Während die Tagessätze für Auditoren oft vergleichbar sind, unterscheiden sich die Reisekostenpauschalen und Verwaltungsgebühren je nach Anbieter.

Kostenfaktor Zertifizierung: Mit welchen Kosten müssen KMU rechnen?

Die Kosten setzen sich aus zwei Blöcken zusammen: Dem internen Aufwand für die Umsetzung und den externen Gebühren für die Zertifizierungsstelle. Den größten Anteil an den Kosten der Zertifizierung hat dabei der Umsetzungsaufwand.

Das liegt zum einen daran, dass es Monate dauern kann, bis Ihr ISMS die Anforderungen der ISO-Norm erfüllt. Zum anderen liegen die Tagessätze der Berater, die Sie bei der Umsetzung und auf dem Weg zur Zertifizierung begleiten, häufig im vierstelligen Bereich. Wer bei der Umsetzung spart, muss jedoch mit hohen Folgekosten rechnen: Befindet die Zertifizierungsstelle, dass Ihr ISMS Mängel aufweist, muss nachgebessert und neu auditiert werden.

Die folgenden zwei Szenarien zeigen beispielhaft, welche Kosten für den externen Auditor einer Zertifizierungsstelle entstehen können:

| **Größe** | **Eckdaten** | **Aufwand und Kosten** | | :--- | :--- | :--- | | Kleine Software-Agentur | 25 Mitarbeiter, 1 Standort, reine Cloud-Infrastruktur, ca. 5-6 Audit-Tage | Kostenrahmen: 8.000-11.000 € | | Mittelständler | 120 Mitarbeiter, 2 Standorte (Zentrale + Werk), eigene Serverräume und Produktion, ca. 10-12 Audit-Tage | Kostenrahmen: 18.000-24.000 € |

👉 Hinweis: Dies sind reine Kosten der Zertifizierungsstelle für die Erstzertifizierung, ohne Beratung oder interne Aufwände.  

In den beiden Folgejahren nach der Erstzertifizierung finden jährliche Überwachungsaudits statt. Diese sind kürzer und kosten deshalb oft nur etwa 30 bis 40 Prozent der Erstsumme. Planen Sie also nicht nur punktuell, sondern über einen 3-Jahres-Zyklus.  

Der Business Case: Warum sich die Investition rechnet

Für Compliance-Verantwortliche ist die Frage entscheidend: Wie rechtfertige ich diese Investition intern? Der ROI zeigt sich auf vier Ebenen:

  • Neue Geschäftschancen: Immer mehr Unternehmen verlangen von Dienstleistern einen ISO-27001-Nachweis.
  • Optimierte Versicherungsprämien: Cyber-Versicherungen honorieren ISO 27001 mit Rabatten.
  • Synergieeffekte: Ein ISMS ist die Grundlage für NIS2, TISAX oder SOC 2.
  • Mehr Effizienz: Ein strukturiertes ISMS ermöglicht es, die Gefahr von Sicherheitsvorfällen zu reduzieren und im Worstcase strukturiert reagieren zu können, Stichwort Business Continuity Management

Effizienz im Prozess: So vermeiden Sie teure Ehrenrunden

Zwar veröffentlichten Zertifizierungsstellen keine pauschalen Preislisten. Erfahrungswerte zeigen jedoch, dass sich die Kosten je nach Zertifizierungsstelle nur minimal unterscheiden. Viel wichtiger für Ihre Budgetplanung ist, wie lang der Zertifizierungsprozess dauert.

Der Prozess ist standardisiert und unterteilt sich in folgende Phasen:

  • Vorbereitung: Aufbau des ISMS, Erstellen von Richtlinien, Risikoanalyse und -bewertung
  • Internes Audit: Generalprobe durch eigene oder externe Experten
  • Stage 1 Audit (Dokumentenprüfung): Der Zertifizierer prüft, ob das ISMS „auf dem Papier“ bereit ist.  
  • Stage 2 Audit (Systemaudit): Der Zertifizierer prüft die praktische Anwendung der ISO-Norm im Unternehmen.

In der Regel stellen die erste und zweite Phase den größten Kosten- und Zeithebel dar. Wer in diesen Phasen gewissenhaft arbeitet und ein gründliches Voraudit durchführt, kann den Prozess zum einen effizient gestalten und zum anderen das Risiko eines zweiten Audits reduzieren.

Wie externe Experten den Weg abkürzen können

Die eigentliche „Arbeit“ im Zusammenhang mit der ISO 27001 Zertifizierung – das Schreiben von Richtlinien, die Risikoanalyse und der Aufbau der Prozesse – dauert oft Monate. Unterstützung können Geschäftsführer und IT-Verantwortliche dabei von externen Beratern wie den InfoSec-Experten von Proliance erhalten.

Statt das Rad neu zu erfinden, begleiten wir Sie gezielt durch die Vorbereitung und gestalten unter anderem folgende Schritte möglichst effizient:

  • GAP-Analyse: Wir prüfen, wo Sie aktuell stehen und was zur Zertifizierungsreife fehlt.
  • ISMS-Aufbau: Mit unserer Beratung und Softwareunterstützung strukturieren Sie Ihre Informationssicherheit so, dass sie den strengen Augen der Auditoren standhält.
  • Dokumentation: Wir bieten neben Beratung Softwareunterstützung, damit Sie auditfähige Dokumentationen und Strukturen etablieren können, die den strengen Anforderungen der Auditoren genügen.
  • Interne Audits: Wir simulieren die Prüfung, bevor der externe Auditor kommt.  

Sobald das Zertifikat erteilt ist, beginnt der Zyklus von vorn: Die ISO 27001 muss alle drei Jahre durch eine vollständige Rezertifizierung erneuert werden, wobei in den beiden Zwischenjahren jährliche Überwachungsaudits stattfinden. Deshalb lohnt es sich, von Anfang an ein System aufzusetzen, das „lebt“ und nicht nur für den Auditor existiert.

„ISO-konform“ oder „ISO-zertifiziert“: Was ist der Unterschied?

Manche Unternehmen überlegen angesichts der unsicheren Wirtschaftslage und gestiegener Kosten, auf eine Zertifizierung zu verzichten. Schließlich ist eine Zertifizierung nicht zwingend notwendig, um ISO 27001-konform zu handeln. Doch ist es wirklich sinnvoll, beim Zertifikat zu sparen?  

Dafür ist es wichtig, die Unterschiede zwischen Konformität und Zertifizierung zu verstehen:

  • ISO 27001-konform zu handeln bedeutet, Ihr Unternehmen versichert, die Regeln einzuhalten, lässt dies jedoch nicht durch eine externe Prüfung bestätigen. Für Ihre Informationssicherheit mag das ein guter erster Schritt sein, rechtlich gesehen und aus Sicht von externen Partnern ist die reine Umsetzung der ISO-Normen allerdings wertlos.
  • ISO 27001-zertifiziert zu sein bedeutet, dass Ihr Unternehmen Ihr ISMS gemeinsam mit Experten auf Herz und Nieren geprüft und eine unabhängige Stelle bestätigt hat, dass es vollständig ist, im Alltag angewendet und kontinuierlich verbessert wird.

Unsere Empfehlung: Lassen Sie sich akkreditiert zertifizieren und extern beraten

Viele B2B-Verträge, die eine ISO 27001-Zertifizierung voraussetzen, fordern implizit oder explizit den Nachweis durch eine akkreditierte Stelle. Eine bloße Selbstauskunft wird von Compliance-Abteilungen großer Kunden häufig abgelehnt. Im schlimmsten Fall haben Sie den gesamten Aufwand der Umsetzung betrieben, verlieren aber dennoch den Auftrag, weil der formale Stempel fehlt.

Arbeiten Sie deshalb bei der Zertifizierung von Anfang an mit akkreditierten Stellen zusammen und holen Sie sich Expertise ins Haus, um ISMS-Aufbau, Audits und das Tagesgeschäft in Balance zu halten. Die Experten von Proliance prüfen gern mit Ihnen gemeinsam, welcher Weg für Ihr Unternehmen der effizienteste ist und wie Sie Kosten sparen können, ohne auf eine anerkannte ISO 27001 Zertifizierung verzichten zu müssen.

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Sabrina Schaub
Freie Redakteurin
Mit ihrer Content-Erfahrung unterstützt Sabrina das Team von Proliance dabei, komplexe Themen verständlich zu kommunizieren. Als freie Autorin kennt sie die Datenschutzbedürfnisse unterschiedlicher Branchen und übersetzt selbst anspruchsvolle Informationen in zielgruppengerechte Inhalte.
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Stefan Rühl
Information Security Lead
In seiner Funktion als Leiter des Bereiches InfoSec und als ISO27001 Lead Auditor unterstützt Stefan unsere Kunden bei der Implementierung- und Optimierung von ISMS Systemen. Sein spezieller Bereich ist der Aufbau von BCM-Umgebungen, Notfall- und Krisenstäben sowie die Erstellung und Verprobung von Notfallprozessen, sowohl bei KMUs als auch bei Konzernstrukturen. Darüber hinaus berät er Geschäftsführer und Vorstände bei der Entscheidungsfindung zur Cyberresilienz und der Optimierung von IT-Organisationen.
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